Fremde werden Freunde

Fremde werden Freunde – Ein Musical der 1. und 2. Klassen

Bereits seit Wochen fieberten die Kinder der 1. und 2. Klassen einem besonderen Ereignis entgegen. Mit dem Stück „Aus Fremden werden Freunde“ (Heidi Egert/ Anita Hütter/ Rolf Krenzer, Text, Reinhard Horn, Musik) sollte ein Schülermusical in der Schule aufgeführt werden. Seit vielen Wochen probten die Mädchen und Jungen der 1. Klassen unter der Leitung ihrer Klassenlehrerinnen Frau Strehle und Frau Knöpfle die vielen verschiedenen Bewegungsabläufe und Tänze. Die Schüler und Schülerinnen der 2. Klassen ergänzten das Schauspiel der Erstklässler durch ihren tollen Chorgesang, Flötenbegleitung und als Erzähler, was sie gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen Bettina Hahn und Juliet Eberle und mit Unterstützung von Frau Gebauer einübten. Das Bühnenbild wurde von der Kulissenbau-AG der 3. und 4. Klassen unter der Leitung von Frau Eberle gestaltet. Nun war der Aufführungstermin endlich gekommen, und angesichts der voll besetzten Mindelhalle stieg das Lampenfieber noch einmal gehörig an. Mit dem Eröffnungslied war die Aufregung dann schnell verflogen.

Anschaulich stellten die Schülerinnen und Schüler in ihrer sehr mitreißenden Aufführung die Geschichte von Kindern in Gelbland und Blauland dar. Da in Gelbland Krieg herrscht, fliehen die Gelbländer nach Blauland, wo sie auch freudig empfangen werden. Dies wird deutlich in dem Lied „Du bist mir fremd, ich kenn dich nicht. Doch weißt du, was ich tu, ich lach dir freundlich zu, was sagst du dazu?“ Dann allerdings bemerken die Blauländer, dass die gelb gekleideten Flüchtlinge anders sind als sie selbst mit ihrer blauen Kleidung. Schließlich bauen sie eine große Mauer, um sich von Gelbland und dessen Einwohnern abzugrenzen. Erst als ein Kind aus Blauland anfängt, Seifenblasen über die hohe Mauer zu schicken und damit die Kinder in Gelbland zu erfreuen, kommt es zu Bewegungen in der Beziehung der beiden Länder. Es gelingt auf diese Weise, Gemeinsamkeiten zu erkennen und die meist unbewusste Abneigung zurückzudrängen. Nach der ersten Annäherung singen, tanzen und spielen die Kinder zusammen und zeigen, dass ein gutes Miteinander Vorteile für alle bringt. In der Aufführung erläuterten vier Erzähler den Fortgang der Geschichte von Blauland und Gelbland und begleiteten so das Geschehen auf der Bühne.

 

Dieses Musical, das von den Kindern der Grundschule so lebendig aufgeführt wurde, bot einen idealen Rahmen, um ein schwieriges Thema wie Flüchtlingssituation und Fremdenhass eingängig und emotional zu vermitteln. Mit der sehr gelungenen Vorführung konnten die Verantwortlichen sicherlich dazu beitragen, bei den Kindern Empathie zu stärken, um ein gutes Miteinander zu fördern.